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Kreativität und Inspiration

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Nach den Sternen greifen

Kreative sind auf Inspiration angewiesen, wenn es um die Entwicklung kreativer Entwürfe, Konzeptionen und die Gestaltung von neuen Layouts geht. Manchmal lassen die besten Einfälle jedoch gerade dann auf sich warten, wenn man sie gerade dringend braucht.

In solchen Fällen braucht man in der Regel etwas Ablenkung, um wieder auf frische Ideen zu kommen. Nach meiner Erfahrung ist das insbesondere dann der Fall, wenn man lange Phasen an einem einzelnen großen Projekt durchgearbeitet hat und sich anschließend wieder einer neuen Aufgabe widmen möchte.

Unter Inspiration versteht man allgemein eine Eingebung oder einen plötzlichen guten Einfall. Damit einher geht allerdings eine passive Haltung. Häufig sprechen Kreative auch davon, „sich inspirieren zu lassen”. Man kann aber durchaus etwas dazu beitragen „inspiriert zu werden”. Für mich haben sich bestimmte Vorgehensweisen bewährt um meine Kreativität nach stressigen Projektphasen wieder zurückzuerlangen.

„Being the richest man in the cemetery doesn’t matter to me … going to bed at night saying we’ve done something wonderful… that’s what matters to me.”

Steve Jobs

Wege zu neuer Inspiration

1. Konzentration auf Details

Jeder Mensch ist umgeben von vielen Dingen, welche die Kreativität wieder neu beleben könnten. Die meisten Menschen bemerken oder beachten die täglichen Dinge irgendwann einfach nicht mehr. Kreative sind in dieser Hinsicht jedoch meist anders. Sie kennen zwar die Dinge in Ihrem Umfeld, haben jedoch die Fähigkeit Sachen von einer anderen Perspektive zu sehen und damit wieder neu zu entdecken. Sucht man nach Inspiration, empfiehlt es sich alle Dinge im Umfeld bewusst wahrzunehmen und neu anzusehen.

2. Fehler zulassen

Perfektionismus tötet die Kreativität. Das ist leider so. Meisterstücke entstehen in mehreren Schritten. Die Bewertung und Qualitätssicherung bei Projekten ist gut und wichtig aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Wenn man kreativ arbeitet behindert diese eher, als dass sie nützt. Fehler und Irrwege gehören einfach zu dem kreativen Arbeiten dazu. Man erlaubt sich selbst zu Beginn mit etwas weniger als mit einem Kunstwerk zu starten. Im nächsten Schritt wird der Entwurf verbessert und ausgearbeitet. Vielleicht verwirft man auch wieder alles und geht letztendlich sogar einen ganz anderen Weg. Häufig führen anfängliche Fehler jedoch durch bestimmte Einsichten zu wirklich außergewöhnlichen Endergebnissen. Man verwendet vielleicht auch nur ein kleines Detail und steigert dieses dann später in den darauf folgenden Entwicklungsphasen. Sich selbst ganz bewusst Fehler zu erlauben ist also kein schlechter Start, wenn die Inspiration im Augenblick gerade auf sich warten lässt.

3. Kreative Pausen

Kreativität lässt sich nicht erzwingen. Bei zu großem Druck verabschiedet sich bei den meisten Menschen die Kreativität ganz von selbst. Man holt kurz Luft und macht zeitweise etwas ganz anderes um sich wieder zu entspannen. Durch bewusste Pausen, in denen man das analytisches Denken bewusst ruhen lässt, kann man seine kreativen Reserven auffüllen. Die besten Ideen meines Lebens sind mir gekommen, als ich meine Routinen geändert habe.

4. Tapetenwechsel

Eine Veränderung des Umfelds kann ebenfalls ein guter Weg sein um die eigene Kreativität wieder fliessen zu lassen. Wenn man im Büro ist, macht man eine Pause und geht einen Kaffee trinken. Auch Spaziergänge durch die Natur oder urbane Gegenden können Wunder wirken. Man sieht sich Hochhäuser an, Brücken, Straßen, Verkehrsmittel, Menschen, Formen, Filme, Kunstwerke, Malerei, Fotografien, Dokumentationen, Websites, Illustrationen, Comics, Farben, Bücher, Zeitschriften, Streetart, Wolken, Sterne, Sonnenuntergänge usw. Alles kann ein Mittel der Inspiration sein. Was beschäftigt die Menschen um uns herum? Wie können wir die Dinge noch besser gestalten?

5. Keine Angst vor Handarbeit

Einige Designer fürchten die Arbeit mit Papier und Stift in etwa so wie der Teufel das Weihwasser. Sie haben sich einfach so an Ihr Photoshop, Indesign, Illustrator, Dreamweaver, Flash oder was auch immer gewöhnt, dass es schwer fällt sich für mit weniger zufrieden zu geben. Für die Kreativität macht es aber einen großen Unterschied, ob man einen Computer vor sich hat oder ein Blatt Papier. Wenn es stimmt, dass die Natur inspiriert, dann trifft dies insbesondere auch auf die Handarbeit zu, denn sie ist ein Erlebnis, bei dem viele Sinne involviert sind. Dabei machen wir uns von der Technik frei und konzentrieren uns auf ein einziges Thema, ohne gleichzeitig von 100 Icons, Programmen, Websites und Emails abgelenkt zu sein.

6. Ideen dauerhaft speichern

Häufig haben wir Menschen viele Ideen gleichzeitig und setzen davon nur eine einzelne in einem konkreten Projekt um. Es lohnt sich die guten Ideen deswegen aufzuschreiben, bevor sie wieder verloren gehen. Es macht definitiv Sinn die Ideen so für später abzulegen, dass sie wiedergefunden und zu einem anderen Zeitpunkt weiterverwendet werden können. Empfehlenswert ist daher ein Ablagesystem, in dem die Ideen geordnet für die spätere Verwendung gesichert werden können. Da niemals vorhersehbar ist, wann gute Ideen in unser Bewusstsein dringen sorgt man am besten für den günstigen Fall vor und nimmt möglichst immer ein Notebook, ein Smartphone oder Papier und Stift mit.

 

„Kein Künstler ist während der ganzen vierundzwanzig Stunden seines täglichen Tages ununterbrochen Künstler; alles Wesentliche, alles Dauernde, das ihm gelingt, geschieht immer nur in den wenigen und seltenen Augenblicken der Inspiration.”

Stefan Zweig, Sternstunden der Menscheit

Abgelegt in: Allgemein Datum: 2. September 2012 Erstellt von Stephan Bender

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