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Bildwirkung

Ein schlagkräftiges Bildkonzept entwickeln

Ein Artikel von .

Kunden durch passende Bilder begeistern

Bevor Kommunikation überhaupt wirken kann, muss sie zunächst einmal wahrgenommen werden. Schon das allein kann sich als schwierige Aufgabe erweisen, denn wir leben in einer Welt, die mit Informationen, Angeboten und News übersättigt ist. Menschen selektieren sehr geübt, welches Angebot relevant für sie ist.

Fotos sinnvoll in der Unternehmenskommunikation nutzen

Aufgrund von gelernten Filtern muß es gelingen die Zielgruppe so anzusprechen, dass die Werbebotschaft nicht unterbewusst ausgeblendet wird. Dabei gilt, je medienerprobter eine Person ist, desto schwieriger ist es diesen Menschen überhaupt zu erreichen. Es muß also gelingen, die Botschaft als willkommene Abwechslung und als interessantes Angebot zu verpacken.

Die Marktforschung liefert an dieser Stelle immer wieder interessante Belege und Beweise für die Wirksamkeit guter Werbung. Man hat zum Beispiel festgestellt, dass durch Internetwerbung auch Leute angesprochen werden können, bei denen klassische Werbung kaum noch Wirkung zeigt, da beispielsweise Anzeigen in Zeitschriften überblättert werden und Werbung weggezappt werden.

Durch Eye Tracking des Blickverlaufs stellte man fest, dass Banner, selbst wenn der direkte Augenkontakt vermieden wird eine gewisse Wirkung zeigen und im Unterbewusstsein verankert werden.

Es gibt nichts Schlimmeres als das brilliante Bild eines schlechten Konzepts.

Ansel Adams

Wie funktioniert das Sehen?

Sehen bedeutet das Wahrnehmen und Verarbeiten visueller Informationen. Für die meisten Menschen ist der Vorgang des Sehens so selbstverständlich, dass sie sich keine Gedanken mehr darüber machen, wie sie eigentlich sehen. Was wir sehen ist das Ergebnis eines komplizierten Nervenverarbeitungsprozesses. Licht fällt auf die Hornhaut, wird von der Linse gebündelt und reizt bis zu 100.000.000 Sinneszellen auf der Netzhaut. Das Bild wird dann von unserer Netzhaut in elektrische Impulse zerlegt und ans Gehirn weitergeleitet. Im Gehirn wird es dann zu einem kompletten Bild zusammengesetzt.

Die beste Spam-Firewall der Welt

Unsere Augen nehmen pro Sekunde 10.000.000 Informationen wahr. Aufgrund der schier riesigen parallelen Datenmengen kann nur ein Teil der Informationen direkt weiterverarbeitet werden. Nach bestimmten Regeln setzt unser Gehirn Prioritäten und verwirft irrelevante Informationen.

Es ist selbstverständlich möglich sich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren und diese dann bewusst wahrzunehmen, während uns andere Details entgehen. Ein kreativer Betrachter achtet z.B. beim Ansehen eines Bildes auf ganz andere Dinge als ein in kreativen Dingen unbedarfter Mensch.

Relevante Bilder finden

Wie sehen wir Menschen? Wirklich mit den Augen? Nein, wir sehen mit dem Gehirn. Es heisst, dass 90 Prozent des Sehens auf der Arbeit des Gehirns beruht. 10 Prozent auf der Leistung der Augen. Nur was wir vorher gelernt haben können wir tatsächlich erkennen. Kreativität hat auch etwas mit Bildung zu tun. Weniger mit Schulbildung, sondern mit Wissen und einem eigenen Erfahrungsschatz. Uns kann nur auffallen, was wir gelernt haben. Ein Beispiel: Wenn ich gelernt habe wie ein klassisches Drama strukturiert ist kann ich im Kino darauf achten und die einzelnen Bestandteile in einem modernen Kinofilm erkennen. Vielleicht verpasse ich währenddessen andere Details, die meiner Begleitung aufgefallen sind.

Erst wenn ich gelernt habe, wie die Harmonien der Farben wirken fallen mir diese Harmonien auch bewusst bei dem Betrachten eines Bildes auf. Ich kann auf Details achten und habe nicht nur ein unbestimmtes Gefühl, wenn hier etwas nicht stimmt. Um Dinge zu sehen, muß ich mir darüber bewusst sein, dass es sie gibt. Wir sehen eher mit dem Gehirn als mit den Augen. Unsere Kultur, unsere Bildung und unsere Persönlichkeit spielen eine Rolle dabei wie wir gesehene Informationen wahrnehmen und Bilder auffassen.

Bilder effektiv zur Kommunikation nutzen

Kann ich selbst auswählen, welche Bilder gut für mein Unternehmen sind? Welche Kriterien sind wirklich entscheidend? Wähle ich nur die Bilder aus, die mir gerade persönlich gefallen?

Diese Fragen müßen sich Unternehmer stellen. Sind Sie tatsächlich kompetent und erfahren genug um zu beurteilen, ob die gewählten Bilder die gewünschte Botschaft angemessen transportieren. Sind sie sich darüber bewusst, was andere Menschen mit den Motiven in Verbindung bringen könnten? Was ist auf den zweiten Blick sichtbar? Was auf den dritten?

Meiner Meinung nach besteht ein Hauptproblem in der Kommunikation vieler Unternehmen darin, den Kreativen nicht genug Mitspracherecht einzuräumen, obwohl in diesem Bereich das große Leistungsvermögen liegt. Es ist viel besser, einen Kreativen direkt in die Produktentstehung miteinzubinden anstatt hinterher fünfzehn kreative Fachleute damit zu beauftragen ein fertiges Produkt ins beste Licht zu rücken und dadurch dann besser zu verkaufen. Hier wird meiner Meinung nach bereits zu Beginn viel Potenzial vergeudet. Mir sind weltweit nur einige wenige Firmen bekannt, bei denen Designer mit in die obersten Entscheidungsebenen eingebunden sind. Diese Firmen haben aber auch überdurchschnittlichen Erfolg und lassen die Konkurenz in Ihrem Feld weit hinter sich.

Chancen durch die richtige Bildauswahl wahrnehmen

Gute Bilder verkaufen eine Botschaft. Große Unternehmen mit internationalen Marken scheuen häufig keine Kosten und Mühen um einzigartige und verführerische Bilderwelten zu erschaffen.

Kleinere und nationale Unternehmen haben in der Außendarstellung im Gegenzug häufig erheblichen Handlungsbedarf. Dabei stehen die Chancen meist nicht schlecht durch geschickte Unternehmenskommunikation im Wettbewerbsmarkt aufzusteigen. In PR- Bildern steckt unheimlich viel Potenzial. Die Investition in ein passendes Bildkonzept zahlt sich daher meistens schnell aus. Immer häufiger siegt der im Markt, welcher am besten kommuniziert und nicht der, der das beste Produkt hat.

Verzicht auf irreführende Motive

Für Unternehmen ist es wichtig eigenständig aufzutreteten. Viele Unternehmen geben dies aber lediglich vor, wobei das tatsächlich verwendete Bildmaterial dann häufig eine ganz andere Sprache spricht. Ganze Branchen greifen gleichzeitig auf das selbe billige Stockagentur-Material zurück. Kurioserweise liefern sie sich sogar teilweise einen Bieterwettkampf, wer zuerst die neuesten Bilder findet und für die eigene Kommunikation einsetzen kann.

In Zeiten des Internets kann jeder alles behaupten und sich groß und breit präsentieren. Vertrauen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil in der Kundenbindung. Das funktioniert eben auch über fachkundig ausgewähltes Bildmaterial. Authentische Bilder sind Bilder, die einen großen Wiedererkennungswert besitzen, da sie einmalig sind. So sammelt man bei seinen Kunden zusätzliche Symphatiepunkte. Wenn ein Unternehmen positiv auffallen will, dann muß es zu einer einprägsamen und identitätsstiftenden Bildsprache finden.

Die meisten Bilder die uns Menschen spontan einfallen sind Klischees. Dinge die so nur in einer naiven Vorstellung existieren. Auf den Betrachter wahrscheinlich befremdlich oder lächerlich wirken. Die erstbeste Idee ist deswegen meistens nicht die Beste. Was Ihnen zuerst einfällt, fällt im Zweifelsfall auch allen anderen und Lieschen Müller als Erstes ein. Diese Idee ist nicht spannend. Machen Sie es sich schwer. Gut sind Bilder, die nicht offensichtlich sind. Die man gerne auch ein zweitesmal anschauen kann. Die einen gewissen Zauber haben. Vielleicht sogar eine Mehrdeutigkeit.

Bilder, die mitten ins Herz treffen

Fangen Sie Emotionen ein mit Ihren Bildern. Vermeiden Sie gestellte Fotos oder steife Posen. Zeigen Sie stattdessen Momente. Es kommt weniger auf die Technik oder die verwendete Kamera an als vielmehr auf die Haltung, die Aussage und den Ausdruck eines Bildes. Es gibt Fotografien, die mit dem Handy gemacht wurden und viel dichter wirken als Studiofotos. Es gibt natürlich auch gezeichnete Skizzen die mehr Bedeutung haben als detailverliebte Illustrationen.

Die speziellen Momente kann man beim Fotografieren nicht beeinflussen aber man kann für ausreichend Zeit und eine entsprechende Umgebung während eines Shooting sorgen. So erhöht man die Chance, dass ein tolles Foto entstehen kann.

Durch Bilder sprechen

Gute Bilder transportieren eine Aussage. Es ist ratsam Charakter zu zeigen, falls man einen hat. Das eingesetzte Bildmaterial ist dazu eine Möglichkeit.

Es gibt Bilder mit denen man sich unwohl fühlt und es gibt Bilder die polarisieren. Was macht ein gutes Bild aus? Diese Entscheidung können im Endeffekt nur ausreichend ausgebildete Fachleute beurteilen. Genauso wenig wie nicht jeder ein gutes Bild malen kann, kann auch nicht jeder verstehen, mit welchen Aspekten ein einzelnes Bild zusammenhängt. Wir sehen nur das, was wir vorher gelernt haben. Daher muß man erst lernen worauf es grundsätzlich ankommt um dann in einem späteren Schritt die Möglichkeiten durch Abstraktionen zu verstehen. Dies gelingt durch Beobachtung, Begabung aber noch in viel größerem Maße durch Erfahrung und Arbeitsdisziplin. Anders geht es wohl nicht.

Ein Foto sagt nicht länger die Wahrheit. Es schlägt nur eine Möglichkeit vor.

Fotokina 2000

Abgelegt in: Bildwirkung Datum: 26. Oktober 2012 Erstellt von Stephan Bender

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